Die Schulgemeinschaft der HS Sillian ist stolz auf ihre Preisträgerin beim Tiroler Märchenpreis 2010.
Die junge Schriftstellerin kommt aus der Klasse 2a und heißt Daniela Schneider. Wie sie die Preisverleihung erlebt hat, schildet sie in einem Bericht.

 Tiroler Märchenpreis – Preisverleihung
Meine Deutschlehrerin, Frau Burger,  machte mich im Juni dieses Jahres auf den „Tiroler Sagen- u. Märchenpreis 2010“ aufmerksam. Das Thema des diesjährigen Märchenpreises lautete für die Altersgruppe 3 (= Schüler- u. Schülerinnen
der 1. u. 2. Klassen HS/AHS) „Rotkäppchen aus der Sicht des Wolfes.“  Von den zahlreichen Einsendungen (insgesamt 1450 von allen drei Altersgruppen) wurde mein Aufsatz von einer Jury für den Tiroler Märchenpreis 2010 nominiert. Am 22. Oktober 2010 fand nun im ORF-Landesstudio Tirol die Preisverleihung statt. Die ersten drei Plätze jeder Altersgruppe erhielten eine Swarovski Figur. Ich erreichte den 8. Platz und konnte mich über einen schönen Sachpreis freuen.

Umrahmt wurde die Feier von der bekannten Tiroler Gruppe „Bluatschink“.

Zum Schluß erhielten wir noch im Foyer des Landesstudios eine kleine Jause.

Alles in allem – ein tolles Erlebnis!

Die Arbeiten der Gewinner sind im Internet unter www.maerchenfestival.at  unter Gewinner 2010 abrufbar!

Mein Märchen:

Heute Morgen wachte ich in einer wunderschönen Umgebung auf. „Wo bin ich denn bloß?“, fragte ich mich. Nach und nach fiel mir die ganze Geschichte wieder ein...
Lange Zeit irrte ich im Wald umher und suchte nach etwas Fressbarem. Vom Hunger geplagt legte ich mich auf einer kleinen Lichtung in Lauerstellung.
Wenig später hörte ich ein Rascheln. Ich spähte umher und erblickte am Waldesrand ein Mädchen mit einem roten Käppchen.
Vorsichtig näherte ich mich und fragte hinterlistig: „Guten Tag, kleines Mädchen, wie heißt du?“ Das Mädchen schien sich gar nicht vor mir zu fürchten und antwortete:
„Ich heiße Rotkäppchen“. Neugierig fragte ich weiter: „Wohin des Weges?“ Rotkäppchen entgegnete: „Meine Großmutter ist krank, deshalb bringe ich ihr hier
im Korb Wein und Kuchen!“ Mein Magen knurrte laut, als ich Rotkäppchen nun weiter ausfragte: „Wo wohnt denn deine Großmutter?“ Das Mädchen erwiderte:
„Sie wohnt ganz in der Nähe, unter den drei großenEichen.“ Gar nicht so weit weg, dachte ich mir insgeheim, während die beste Idee des Tages in meinem Kopf reifte:
„Du musst das kleine Fräulein ablenken, damit du Zeit gewinnst!“ „Rotkäppchen, siehst du die schönen Blumen dort auf der Wiese? Großmutter wird sich bestimmt freuen!“
riet ich. Ahnungslos, welch böse Absichten ich haben könnte, pflückte Rotkäppchen die bunten Blumen. Ich aber machte mich eilig auf den Weg zu Großmutters Haus.
Außer Atem klopfte ich an die Türe. Eine schwache Stimme rief: „Wer ist da?“ Mit verstellter Stimme antwortete ich: „Rotkäppchen“. „Komm herein!“, ertönte es leise. Blitzschnell trat ich ein und war mit einem Satz an Großmutters Bett. Bevor sie überhaupt etwas sagen konnte, verschluckte ich sie. Eilig streifte ich mir ein Nachtgewand von ihr über und legte mich in Großmutters Bett. Ich brauchte nicht lange zu warten, bis es an der Tür klopfte.
Eine helle Stimme rief; „Guten Morgen!“
Mucksmäuschenstill lag ich nun im Bett. Rotkäppchen trat ein, zog die Vorhänge beiseite und stand wenig später am Bett. Erschrocken fragte es nun:
„Ach, Großmutter, was hast du für große Ohren?“ Ich verstellte meine Stimme so gut wie möglich und antwortete: „Damit ich dich besser hören kann!“ Rotkäppchen aber sprach: „Ach, Großmutter, warum hast du so große Augen?“ „Damit ich dich besser sehen kann!“, entgegnete ich. Rotkäppchen ließ nicht locker und fragte wieder:
„Ach, Großmutter, warumhast du so große Hände?“ „Damit ich dich besser packen kann!“, erwiderte ich. Mit weinerlicher Stimme fragte mich nun Rotkäppchen:
„Ach, Großmutter, was hast du nur für ein großes Maul?“ Kaum war das letzte Wort gesprochen, sprang ich aus dem Bett und verschluckte das Rotkäppchen.
Mit einem Mal war mein Hunger mehr als gestillt. An ein Fortkommen war so nicht zu denken. Ich beschloss, erst einmal ein kleines Schläfchen in Großmutters Bett zu halten.
Als ich aufwachte und davonlaufen wollte, zog mich eine magische Kraft zu Boden und ich war auf der Stelle tot. Wie es dazu kam... ich kann es mir nicht erklären!
Jedenfalls geht es mir jetzt hervorragend! Wo ich nun bin? Wisst ihr ja schon - im Paradies der Tiere!